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Parkinson-Syndrom: Das Stadium macht den Unterschied

Seit 2026 wird das Parkinson-Syndrom im DRG-System höher gewichtet. Entscheidend dafür ist eine möglichst präzise Diagnose inklusive Stadium nach Hoehn und Yahr. Doch die korrekte Kodierung ist nicht nur aus tariflicher Sicht relevant: Auch klinisch ist eine vollständige Beschreibung des Parkinson-Syndroms wichtig. Worauf es bei der Kodierung ankommt und weshalb sich eine genaue Beschreibung auszahlt, zeigt dieser Beitrag.

Das Parkinson-Syndrom wurde 2026 im DRG-System aufgewertet. Aber nicht nur die medizinische Kodierung ist darauf angewiesen, dass die Diagnose so spezifisch wie möglich und mit dem Hoehn und Yahr Stadium versehen werden soll. Klinisch ist die Bezeichnung auch wichtig, achten Sie daher bitte auf die vollständige Beschreibung in der Diagnoseliste – bei Unsicherheiten steht unser Experte Dr. med. Daniel Eschle für alle Kliniken zur Verfügung.

SD0607o Kodierung der Parkinsonstadien (G20.-)
Um eine einheitliche Kodierung der Stadien der Parkinsonerkrankung zu erreichen, ohne negative Konsequenzen für die betroffenen Patienten, soll das aktuelle Stadium des Parkinson unter Therapie (ON) nach Hoehn & Yahr durch den Arzt bestimmt und dokumentiert werden.

  • die Stadiumseinteilung ist durch die ärztliche Dokumentation nachzuweisen

Morbus Parkinson: Bei Morbus Parkinson sterben vor allem Nervenzellen in der Substantia nigra im Mittelhirn ab, was zu einem Mangel des Botenstoffs Dopamin führt. Dieser Dopaminmangel ist die Ursache für die typischen Bewegungsstörungen, da Dopamin für die Steuerung von Bewegungen wichtig ist.

Morbus Parkinson vs Parkinson-Syndrom: Morbus Parkinson ist eine spezifische Form des Parkinson-Syndroms, die durch den Verlust von Dopamin produzierenden Neuronen im Gehirn gekennzeichnet ist, während das Parkinson-Syndrom ein breiterer Begriff für eine Gruppe von Erkrankungen durch Dopaminmangel ist, der ähnliche Symptome wie M. Parkinson aufweisen, dazu gehören Tremor (Ruhezittern), Rigor (Muskelsteife), Bradykinese/Akinese (Bewegungsarmut). In der Kodierung wird nicht unterschieden, sondern alles unter primärem und sekundärem Parkinson-Syndrom abgebildet. M. Parkinson wird zum primären Parkinson-Syndrom gezählt.

Stadiumeinteilung nach Hoehn und Yahr[1]: für die Abbildung des primären Parkinson – Syndroms ist die zusätzliche Beschreibung des Stadiums wichtig, um die Diagnose adäquat abbilden zu können.

  • Bereits das Stadium 0 (keine Symptomatik, aber mit Aufwand, zB Fixmedikation) ist DRG-relevant

(Bild: noch nicht in der Dateiliste)

Hoehn-und-Yahr-Skala (1967)[2]:

  • Stadium I: Streng einseitige Symptomatik; keine oder allenfalls geringe funktionelle Beeinträchtigung
  • Stadium II: Beidseitige Symptomatik; keine Haltungsinstabilität
  • Stadium III: Beidseitige Symptomatik; leichte bis mäßige Behinderung mit leichter Haltungsinstabilität; körperlich noch selbstständig; Arbeitsfähigkeit (in Abhängigkeit vom Beruf) zum Teil noch erhalten
  • Stadium IV: Vollbild mit starker Behinderung; Patient kann aber noch ohne Hilfe gehen und stehen
  • Stadium V: Patient ist ohne Hilfe von Dritten an den Rollstuhl gebunden oder bettlägerig

Diagnostik:
Der M. Parkinson wird durch neurologische Untersuchungen, Anamnese, neurologische Funktionstests, bildgebende Verfahren und evt. Zusatzdiagnostik wie Tremormessung, EMG, etc gestellt.

Therapie:

  • Medikamentös (L-Dopa/ Anticholinergika/ Dopaminagonistenetc)
  • Arzneimittelinduzierter Parkinson: Dosisreduktion/ Absetztender Medis
  • Physiotherapie/ Logopädie etc
  • DBS –Stimulation

ICD-10:

(Bild: noch nicht in der Dateiliste)

Parkinson OFF = nicht optimal eingestellte Medikation / Medi wirken schlecht werden angepasst = mit Wirkungsfluktuation

"Parkinson off" bezieht sich auf eine "Off-Phase" bei Parkinson-Patienten, in der die Wirkung von Medikamenten wie L-Dopa nachlässt und sich die Parkinson-Symptome wieder verschlimmern. Medikation wird angepasst.

Parkinson ON = keine Symptome / Behandlung wirksam = Keine Wirkungsfluktuation 

Linderung der Bewegungsprobleme - dies nennt man die ON-Phase / Medikamente sind gut eingestellt keine Therapieanpassung nötig.

Als Wirkungsfluktuation bezeichnet man Schwankungen in der Wirkung einer Medikation, die zu einem wechselnden Ansprechen der Symptomatik führt.

Beispiel:

Sturz mit osteoporotischer Wirbelsäulenfraktur, konservativ behandelt.

  • DRG I68D, CW 0.573. Rechnungsbetrag zirka 5700 Franken

Mit Kodierung des linksbetontem akinetisch rigidem Parkinsonsyndrom, Stadium 0 – 3 nach Hoehn und Yahr

  • DRG I68B, CW 1.094. Rechnungsbetrag ca 10'000 Franken, d.h. rund 4300 Franken mehr
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