Leistungsabfall und Müdigkeit sind nicht unbedingt durch fehlendes Eisen verursacht. Müdigkeit hat oft andere Gründe. Dies inbesondere, wenn die Person über ausreichend Hämoglobin verfügt und auch ihre Eisenspeicher in der Leber, der Milz und im Knochenmark gefüllt sind. Bisher gibt es keine eindeutigen Hinweise, dass die Eisenzufuhr in dieser Situation die Müdigkeit reduziert.
Bei asymptomatischen Patientinnen ohne Anämie und mit ausreichend gefüllten Eisenspeichern (Ferritin ≥15 μg/L) ist der Nutzen einer Eisensubstitution nicht klar bewiesen. Zwei RCTs haben nicht-anämische Frauen mit höheren Ferritin-Werten und vermehrter Müdigkeit untersucht. Sie haben gezeigt, dass eine orale Eisensubstitution die Müdigkeit geringfügig subjektiv senkte. Dabei ist ein Placebo-Effekt möglich.
Die Studie hat die Qualität der Evidenz als moderat bis sehr tief beurteilt. Ist eine Eisensubstitution indiziert, ist zuerst eine orale Substitution empfohlen. Denn eine Infusion bringt potenzielle Risiken. Diese Empfehlung schliesst Spezialsituationen (Malabsorption) aus.
Quelle: Quellen: Houston BL, Hurrie D, Graham J, Perija B, Rimmer E, Rabbani R, et al. Efficacy of iron supplementation on fatigue and physical capacity in non-anaemic iron-deficient adults: a systematic review of randomized controlled trials. BMJ Open. 2018;8(4).
Evidenzlevel: Metaanalyse aus 13 randomisiert-klinischen Studien