Qualitätsindikatoren

Diese zwölf Indikatoren

empfiehlt die SGAIM

Mit zwölf Qualitätsindikatoren – sechs für die ambulante Praxis, sechs für den stationären Bereich – machen wir Qualität messbar: von Schnittstellen und Medikations­sicherheit über Prävention bis zu Fehlerkultur und Mitarbeitergesundheit. Jeder Indikator lässt sich im PDCA-Zyklus konkret anwenden – mit überschaubarem Aufwand und sichtbarer Wirkung für Ihre Patient/-innen.

Ambulante Qualitätsindikatoren

©SGAIM (Illustrationen: Hahn+Zimmermann)

1. Indikator

Übermitteln der
medizinischen Information

Anteil der Patientinnen und Patienten, bei denen die Hausärztin oder der Hausarzt einen Überweisungsbericht bei der Spitalzuweisung oder zur Facharztkonsultation mitgeschickt hat.

Ziel
Übermittlung von medizinisch relevanten Informationen zwischen Hausärztinnen, Hausärzten und Fachärztinnen, Fachärzten sowie Spitälern verbessern.

2. Indikator

Erfassen von Patienten-
präferenzen in einer
Patientenverfügung

Anteil der Patientinnen und Patienten, die eine Patientenverfügung in ihrer Patientenakte hinterlegen.

Ziel
Proaktiv Bedürfnisse und Wünsche der Patientinnen und Patienten zur Versorgung am Lebensende ermitteln, um diese auf die individuellen Bedürfnisse abzustimmen.

3. Indikator

Medikamenteninteraktionen
erkennen und Neben-
wirkungen verhindern

Anteil an Patientinnen und Patienten, die 65 Jahre oder älter sind und mindestens fünf Dauermedikamente einnehmen, bei denen in den letzten zwölf Monaten ein Medikamentenreview mit Interaktionscheck erfolgte.

Ziel
Potenzielle Medikamenteninteraktionen und Nebenwirkungen erfassen und verhindern.

4. Indikator

Erkennen von Sturzrisiken
und Prävention

Anteil der Patientinnen und Patienten, die 65 Jahre oder älter sind und danach gefragt wurden, ob und wenn ja, wie oft (Anzahl) und auf welche Weise (Sturzhergang) sie in den letzten 12 Monaten gestürzt waren.

Ziel
Patientinnen und Patienten mit einem erhöhten Sturzrisiko identifizieren, bei denen eine präventive Intervention sinnvoll ist.

5. Indikator

Sucht und Prävention

Anteil Patientinnen und Patienten, bei denen die Hausärztin oder der Hausarzt das Suchtverhalten thematisiert hat. Dazu zählt der Konsum von Nikotin, Alkohol, Drogen und Medikamenten.

Ziel
Patientinnen und Patienten mit einem potenziell problematischen Suchtverhalten identifizieren und geeignete Behandlungsstrategien einleiten.

6. Indikator

Ansprechen von ungünstigen
Lebensstilfaktoren und
Prävention

Anteil Patientinnen und Patienten, bei denen die Hausärztin oder der Hausarzt Prävention und Lebensstilfaktoren thematisiert hat. Dazu zählen zum Beispiel körperliche Inaktivität, Ernährung, Adipositas und altersgerechte Präventionsmassnahmen.

Ziel
Patientinnen und Patienten mit einem Potenzial zu Lebensstiländerungen identifizieren, die zu einer Verbesserung der gesundheitlichen Prognose führen.

Stationäre Qualitätsindikatoren

1. Indikator

Informationsfluss

Anteil provisorischer Austrittsberichte, die innerhalb von 24 Stunden an die nachbehandelnde Ärztin oder den nachbehandelnden Arzt übermittelt wurden mit Angaben über Diagnosen, Prozedere und Medikamente sowie mit allfälligen Gründen für Medikamentenänderung.

Ziel
Den Nachbehandelnden die wichtigsten Informationen schnell zuzustellen, um die Weiterbehandlung sicherzustellen. Eine effektive und zeitnahe Information kann die Behandlungskontinuität verbessern, die Anzahl der ungeplanten Rehospitalisationen und vermeidbaren Komplikationen reduzieren.

2. Indikator

Neuverschreibung
Benzodiazepine

Anteil älterer Patientinnen oder Patienten, bei denen während des stationären Aufenthalts eine Therapie mit einem Benzodiazepin sowie anderen Sedativa und Hypnotika neu begonnen wird. 

Ziel
Neuverschreibungen von Benzodiazepinen sowie anderen Sedativa und Hypnotika reduzieren.

3. Indikator

Sturzprävention

Anteil der Patientinnen und  Patienten, die 65 Jahre oder älter sind und danach gefragt wurden, ob und wenn ja, wie oft (Anzahl) und in welcher Weise (Sturzhergang) sie in den letzten 12 Monaten gestürzt waren.

Ziel
Patientinnen und Patienten mit einem erhöhten Sturzrisiko identifizieren, bei denen eine präventive Intervention sinnvoll ist.

4. Indikator

Transfusionen

Anteil der Patientinnen und Patienten mit einer Transfusion bei einem Hämoglobin (Hb)-Wert von >8 g/dl. 

Ziel
Anzahl der Transfusionen, die potenziell nicht indiziert sind, reduzieren.

5. Indikator

Critical Incidence Reporting
System (CIRS)

Anteil der CIRS-Fälle bei auf der AIM hospitalisierten Patientinnen und Patienten, die analysiert und diskutiert werden.

Ziel
aktive Fehlerkultur mit Analyse und Diskussion von CIRS-Fällen stimulieren.

6. Indikator

Hepatitis B

Anteil der AIM-Mitarbeitenden im Kontakt mit Blut oder mit blutkontaminierten Materialien, der einen ausreichenden Hepatitis-B-Impfschutz aufweist.

Ziel
Hepatitis-B-Übertragungen am Arbeitsplatz verhindern und Arbeitsplatzsicherheit verbessern.

Weiterführende Artikel

PDCA-Zyklus am Beispiel «Informationsfluss»

Das Video veranschaulicht, wie sich der Qualitätsverbesserungszyklus mit dem von der SGAIM empfohlenen Qualitätsindikator «Informationsfluss» in der ambulanten Versorgung konkret anwenden lässt.

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