Wir behandeln Menschen,
nicht Formulare!
Die «Papiertiger»-Befragung zeigt: Unnötige Administration behindert klinisches Handeln, frisst Zeit für Patient:innen und verschärft den Fachkräftemangel.
1856 Gesundheitsfachpersonen aus der ganzen Schweiz haben an der «Papiertiger»-Erhebung der SGAIM teilgenommen. Das Ergebnis ist eindeutig: Überflüssige administrative Aufgaben sind im Alltag weit verbreitet und halten Ärzt:innen zunehmend von ihrer eigentlichen Arbeit ab – der Behandlung von Patient:innen. Besonders belastend sind das manuelle Aktualisieren von Medikationslisten, Doppeldokumentationen wegen inkompatibler IT-Systeme sowie Rückfragen von Versicherern. Viele Befragte erleben die zunehmende Kontrolle als Ausdruck systemischen Misstrauens gegenüber ihrer Arbeit.

Unnötige Bürokratie sichtbar machen
Mit der Kampagne «Papiertiger» will die SGAIM unnötige Bürokratie sichtbar machen und eine Diskussion darüber anstossen, wie administrative Prozesse wieder stärker auf das ausgerichtet werden können, was im Zentrum stehen sollte: die Versorgung von Patient:innen.
Das sind die Resultate
aus der Papiertigerumfrage

Genug von Überadministration?
Bestellen Sie (auch Nicht-SGAIM-Mitglieder) den Kampagnen-Flyer, und kennzeichnen Sie entsprechende Formulare mit dem Papiertiger-Aufkleber.
Stimmen aus Spital und Praxis
Ich möchte meine Zeit dort einsetzen, wo sie am meisten bewirkt: bei den Patient:innen sowie in der Ausbildung unserer Assistenzärzt:innen. Die Papiertiger-Kampagne macht sichtbar, wo unnötige Bürokratie wichtige Ressourcen in der Medizin blockiert.
Meine Dokumentation nützt zu oft weder mir noch meinen Patientinnen und Patienten. Zeit, die am Bett fehlt, fliesst in Formulare, die niemand liest.
Jeden Tag gehen mehrere Stunden ärztlicher Arbeitszeit für Administration verloren. Diese Zeit fehlt für unsere Patientinnen und Patienten – und frustriert uns Ärztinnen und Ärzte. Wir wollen diese Bürokratie endlich reduzieren.
Endet die Sprechstunde, beginnt das Abarbeiten von immer mehr unnötiger Administration. Sie nimmt meinen Patient:innen Zeit weg, generiert für sie keinen Nutzen und dient immer mehr einer Absicherungsmedizin.
Unser Engagement auf einen Blick
Für Patient:innen
Worum geht es?
Immer mehr Zeit im Gesundheitswesen geht für Administration verloren; nichr für Ihre Behandlung. In eriner schweizweiten Umfrage mit 1856 Gesundheitsfachpersonen berichten viele, dass unnötige Formulare, Rückfragen von Versicherern und das Abschreiben von Medikamentenlisten Zeit kosten, die eigentlich für Patient:innen gedacht ist. 67 Prozent erhalten unnötige Aufgaben auf Papier, 56 Prozent als nicht bearbeitbare PDF's.
Was bedeutet das für Sie?
- weniger Zeit im Gespräch
- Verzögerungen bei Therapien
- Mehr Bürokratie statt Betreuung
Was wollen wir?
Wir wünschen uns eine Kultur des Vertrauens. Medizinische Entscheidungen sollen unseren Patient:innen dienen, nicht Formularen. Der Papiertiger-Kleber macht unnötige Administration sichtbar. Damit wir sie gemeinsam reduzieren können. Für Patient:innen statt Formulare
Für Ärzt:innen
Kommt Ihnen dies bekannt vor?
- Rückfragen trotz klarer Indikation
- Kostengutsprachen bei erfüllter Limitation
- Medikationslisten manuell übertragen
- AUF ab Tag 1
Die Umfrage zeigt klar:
Unnötige Administration ist kein Randphänomen mehr, sondern ein strukturelles Versorgungsproblem.
Top-Treiber
- Versicherungsrückfragen und Rechtfertigungen
- repetitive Berichte (IV, UVG, KTG)
- Medienbrüche durch Papier und PDFs
Papiertiger heisst
- unnötige Administration markieren
- Sichtbar machen
- Dialog starten
Nicht klagen – verändern!
Für Versicherer
WZW heisst nicht maximale Kontrolle
WZW heisst wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich – auch für administrative Prozesse. In der Umfrage werden Rückfragen und Kostengutsprachen am häufigsten als unnötigste administrative Arbeit genannt. Viele Ärzt:innen erleben repetitive Standardformulare als misstrauensbasiert – mit geringem medizinischem Mehrwert.
Unsere Einladung
- Rückfragen gezielt einsetzen
- Interoperabilität fördern
- Pflichtleistungsvermutung als Vertrauensbasis ernst nehmen
Weniger Administration bedeutet nicht weniger Qualität. Sondern mehr Zeit für Versorgung.
Für Politiker:innen
Unnötige Administration ist ein Versorgungsproblem.
Sie bindet Ressourcen, schwächt Motivation und verschärft den Fachkräftemangel. 1856 Gesundheitsfachpersonen berichten übereinstimmend: Papier, PDFs und Versicherungsrückfragen dominieren den administrativen Aufwand. Interne Prozesse werden mit 6.2/10 bewertet, externe Zusammenarbeit nur mit 5.5/10. Hier liegt Effizienzpotenzial.
Was es braucht
- verbindliche Interoperabilitätsstandards
- Reduktion redundanter Berichtspflichten
- Stärkung der Pflichtleistungsvermutung
- Klare Zuständigkeiten bei Kurz-AUF
Gesundheitspolitik entscheidet, ob Vertrauen oder Misstrauen das System prägt.
Für Medienschaffende
These
Die Bürokratie im Gesundheitswesen ist nicht nur ein Ärgernis – sie beeinflusst die Versorgung. Eine schweizweite Erhebung mit 1856 Gesundheitsfachpersonen zeigt: Unnötige Administration verdrängt klinisches Handeln.
Top-Themen
- Versicherungsrückfragen
- Repetitive IV- und UVG-Berichte
- manuelles Übertragen von Medikamentenlisten
- AUF ab Tag 1
Papier (67 %) und nicht bearbeitbare PDFs (56 %) sind die häufigsten Kanäle unnötiger Aufgaben.
Der Papiertiger ist eine konstruktive Kampagne. Kein Angriff – sondern ein Dialogangebot.
Für Arbeitgeber:innen
Arbeitsunfähigkeitszeugnisse ab Tag 1 gehören zu den häufigsten genannten administrativen Belastungen. Viele dieser Zeugnisse haben keine medizinische Relevanz. Sie regeln arbeitsrechtliche Fragen – nicht gesundheitliche.
Was bedeutet dies?
- Arzttermine für Bagatellfälle
- Wartezeiten für andere Patient:innen
- Mehr Kosten ohne Mehrwert
Zu hinterfragen
Braucht es wirklich ein ärztliches Zeugnis ab dem ersten Krankheitstag? Oder sind Vertrauenslösungen möglich?
Weniger Formalismus bedeutet mehr Zeit für echte medizinische Anliegen.
Partnerorganisationen
Kontakt
zum Projekt «Papiertiger»?
Sie erreichen uns telefonisch Montag bis Donnerstag von 9 bis 12 Uhr und von 13.30 bis 16 Uhr
sowie freitags von 9 bis 12 Uhr. Gerne können Sie uns auch jederzeit eine E-Mail schreiben.














